von Tom Lanoye

Regie
Alexander Flache
Bühne & Kostüme
Petra Linsel
Musik/Komposition
Marco De Haunt
Dramaturgie
Katharina De Vette
Schauspieler/innen: Sandra-Uma Schmitz, Sonja Hilberger, Sonja Dengler, Nadine Rosemann, Björn-Ole Blunck, David Schirmer, Simon Jensen, Anton Keck

Volkstheater Rostock - Theater im Stadthafen
Premiere 19.04.2013

 
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© Beate Nelken
KRITIKEN

In die Zivilisation gebombt
„…Alexander Flache hat dieses in seinen vielen Bezügen durchaus schwierige, zumindest unübersichtliche Stück, überaus konzentriert inszeniert. (…) derartige Textblöcke stärker phänomenologisch auf die Bühne zu bringen die Figuren also nicht spielen sondern sprechend als Typus erstehen zu lassen, das ist gewiss ein schwieriger Erfahrungsprozess mit derartigen Textkompilationen. (…) Damit steht man hier am Anfang, aber ihn gemacht zu haben, scheint dennoch wichtig. Besonders Sandra-Uma Schmitz und Sonja Hilberger gelingt es, das Zugleich von mythischer Dimension und menschlichem Leid in ihren Figuren zu zeigen.(…)Frauen stehen hier gegen Männer, Kriegshelden gegen Frauen. Am Ende trifft sie alle das gleiche Schicksal. Die Vernichtungsmaschinerie triumphiert.“
THEATER DER ZEIT Juni 2013 von Gunnar Decker

Rote Kleider
Der Horror ist da, in der Gegenwart: »Atropa Die Rache des Friedens« in Rostock „Der Regisseur in Rostock, Alexander Flache, lässt die Spieler allein auf einem weißen Steg spielen, (…), auf dessen Rand die Artikel des bundesrepublikanischen Grundgesetzes stehen. Sie werden mit Füßen getreten und schließlich zum Schlachtfeld. Alles ist überaus nüchtern gestaltet. Zu Beginn des Krieges bücken sich die Spieler und holen wahllos Kleidung unter dem Bühnensteg hervor und werfen diese auf die Bühne. Später begreift man: Mobilmachung.(… )Am Ende des Krieges sieht man vier verschleierte Frauen vor einem feuerroten Hintergrund stehen, die diese Leichen zusammentragen. Interessant ist daran der nüchterne Bühnenvorgang, der
die Phantasie der Zuschauer in Bewegung setzt. Kein Wälzen in Matsch, Eiter oder Erbrochenem ist nötig, der Horror, die Vernichtung ist da. (…) Zeitgenössische Fragen von Macht und Herrschaft werden hier zur Diskussion freigegeben.“
JUNGE WELT vom 11.Mai 2013 Von Anja Röhl

„Blieb der Text, (…) insgesamt stark der antiken Vorlage verpflichtet und überließ er den Zuschauern das Denken, so
erwies sich auch die Inszenierung von Alexander Flache, (…) klugerweise als Reduktion auf das Wesentliche. (…) So erlangten
die gegensätzlichen Welt-und Menschenbilder der handelnden Frauen und Männer eine große Klarheit. Das Publikum
applaudierte lange. Es war von der Qualität des Theaters im Stadthafen als Bühne politischer Fragestellungen beeindruckt.“
NNN vom 22.April 2013 von Antje Jonas

„ …beeindruckend im Spiel die Klytämnestra von Sandra-Uma Schmitz, eine völlige Umdeutung der Figur: ihre als Rachefeldzug
überlieferten Tötungen werden hier zu Akten solidarische Nächstenliebe…“
OZ vom 22. April 2013 von Dietrich Pätzold

„Äußerst eindrucksvoll von dem Regisseur Alexander Flache in Szene gesetzt, beklagen die überlebenden Witwen ihr gefallenes Troja und die Eroberungsfolgen.“
HEULER- Studentenmagazin Rostock von Stefanie Krauss