Gewinnerstück d. Chemnitzer Theaterpreises für junge Dramatik 2015 Jan Peterhanwahr

Regie
Alexander Flache
Bühne & Kostüme
Petra Linsel
Dramaturgie
Kathrin Brune
Schauspieler:
Christoph Radakovits, Marko Bullack

Theater Chemnitz - Schauspielhaus -Ostflügel

Premiere 27.03.2015

 
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KRITIKEN
"Ein Kubus steht mitten im Raum, die Wände sind hier und da durchbrochen. Wäre auch schade, wenn keiner sehen könnte, was da gleich (…) abgeht. Doch die Öffnungen befinden sich nicht in Augenhöhe, und so wird Zuschauen auch spürbar zum Voyeurismus: Jeder sucht irgendwie nach Einblicken, reckt sich, bückt sich, beugt sich - aber es lohnt sich. Denn Autor Jan Peterhanwahr liefert eine schonungslose Vorlage, für die Regisseur Alexander Flache starke Bilder findet, denen Marko Bullack und Christoph Radakovits nicht nur Angst, Hass, Ekel, Aggressionen beibringen, sondern auch Herz und den Versuch, zu verstehen (…) - und so beginnt eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die schnell mal am eigenen Wertesystem rüttelt, weil da kurz Empathie für Täter aufkommt und dann auch Abscheu für Opfer. Die Geschichte tut einfach weh, im Kopf, im Herzen. Und dank Ausstatterin Petra Linsel, die nur Holzhocker für die Zuschauer bereit stellte, auch zunehmend körperlich. Eine intensive Theatererfahrung ließe sich das nennen, aber es ist mehr. Es ist ein eindrucksvolles Argument für die Relevanz von Theater in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen - auch und gerade mit Tabuthemen. Diese Uraufführung zum diesjährigen Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik wird niemanden kalt lassen, vor allem, weil sie kein Gut und Böse, kein Richtig und Falsch vorgibt. Wie großartig…" (Stadtstreicher - Ausgabe 05/2015 - Jenny Zichner)
 
  „(…) Zwei-Männer-Stück erlebte (…) im Ostflügel seine Uraufführung mit großem Beifall. Ganz und gar zurecht für beide Darsteller: Denn Marko Bullack als Marcus und Schauspielstudent Christoph Radakovits als Felix gingen in Regie von Alexander Flache bis an die Grenzen des Darstellbaren. Und auch für die mutige Bühnenidee von Petra Linsel, eine Art Spielwürfel in die Mitte des Raumes zu stellen, während das Publikum ringsherum per Holzhocker frei wählbare Einblicke durch quadratische Schlitze suchte. Das Archiv als Käfig, der von der Ferne Moderne und in der Nähe Schlüsselperspektiven bietet. (…)“
(Dresdner Neueste Nachrichten 31.03.2015
- Andreas Herrmann)
“In einem sich langsam steigernden Dialog fechten die beiden Männer einen Kampf aus, den keiner von beiden gewinnen kann. Christoph Radakovits als sich exzessiv in Rachegefühle steigernder Felix und Marko Bullack als zunächst in falscher Biografie getarnter Marcus ziehen den Betrachter in ein beklemmendes, von Alexander Flache psychologisch vielschichtig inszeniertes
Kammerspiel, das keine Erlösung bietet
. Der angehende Pädagoge Peterhanwahr, der mit diesem eindringlichen Text den Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik 2015 gewann, hat einige Volten in die Täter-Opfer-Konstellation eingebaut und lässt auch Marcus' Dilemma erkennen - ohne es zu entschuldigen. Ein hartes Stück - für die Mimen wie für die Zuschauer gleichermaßen eine Herausforderung.”
(Freie Presse Chemnitz 30.03.2015 - Uta Trinks)
 
© Dieter Wuschanski
 
Ein Eisklotz, wem das nicht unter die Haut geht
Jan Peterhanwahrs „Zerstörte Seele“ ist eines der wichtigsten Stücke dieser Spielzeit
Wem diese 75 intensiven Minuten nicht unter die Haut gehen, der hat ein kaltes Herz, oder er ist ein Eisklotz.(...) Alexander Flache muss dieses Stück bei der Arbeit besonders fasziniert haben. Die leisen Töne, die gestammelten, die aus der Ecke, hinter Aktenordnern vergrabenen laut werdenden Gedanken der zerstörten Seelen das Publikum strengt sich an, keine Silbe zu überhören: „Aber ich war doch ein Kind…“, „Aber ich hab dich doch geliebt…“. Gänsehaut. Ganz stark. (...) Die Schauspieler: Marko Bullack (Marcus) und Christoph Radakovits (Felix) gaben alles. (...)am Freitag spielten sie, dass man Angst um sie haben musste. Und Hochachtung, wie sie in die Figuren hineinschlüpften. Bullack, röchelnd am Boden, oder Radakovits stammelnd in der Ecke große Schauspielkunst. Christoph Radakovits kommt von der Kunstuni Graz. Ist hier im Schauspielstudio. Von Chemnitz weg wurde der junge Schauspieler direkt an die Burg in Wien engagiert. Hut ab. Wer ihn am Freitag erlebt hat, weiß warum. Als Widerling Sympathie erwecken, gar Mitleid erregen, ist hartes Brot. Gut gemacht, Marko Bullack. (...)” Ein ganz großer Abend auf kleinem Raum. (Http://www.theaterfoerderverein-chemnitz.de/aktuelles/aus-den-haeusern/452-ein-eisklotz-dem-das-nicht-unter-die-haut-geht.html )