Luc Tartar

Regie
Alexander Flache
Bühne/ Kostüme
Sabine Pommerening
Dramaturgie
Britta Hollmann
Schauspieler/innen: Steffi Baur, Lysann Schläfke, Matthias Guggenberger, Jeffrey von Laun

LANDESBÜHNE NIEDERSACHSEN NORD - WILHELMSHAVEN

Premiere 29.08.2017 - TheOz

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KRITIKEN

Wenn die Liebe Menschen brennen lässt
Die Junge Landesbühne startet rasant in die neue Spielzeit

„Regisseur Alexander Flache hat am Sonnabend ein rasantes Stück auf die Bühne des TheOs gebracht. Die Handlung ist schnell erzählt, die Sorgen und Nöte eines Teenagers sind überspitzt auf den Punkt gebracht.“ (…) „Besonders sprachlich ist Alexander Flaches Inszenierung ein Vergnügen. Die Beschreibung der Liebe ist wahrlich poetisch, während die sexuelle Anspielungen im Kontrast durchaus derb daherkommen. (...)„Das vierköpfige Ensemble bietet Höchstleistung, müssen die Darsteller doch in Windeseile immer wieder in neue Rollen schlüpfen.“ (…) „Bravourös meistert das Ensemble bestehend aus Steffi Bauer (Latifa), Jeffrey van Laun (Jonathan), Lysann Schläfke (Vivi) und Matthias Guggenberger (Youssef) die Herausforderung, in die Teenager-Rollen zu schlüpfen. Die Schauspieler vereinen Witz und Ernst zu einer stimmigen Gesamtkomposition. Van Laun mimt wunderbar den Jonathan, wenn dieser seine Mutter veralbert, als die mutmaßt, ihr Sohn nehme Drogen, und brilliert als Vivis verzweifelter und überforderter Vater. Steffi Baur rastet herrlich als Vivis Mutter aus und Matthias Guggenberger flippt auf so großartige Weise aus, als er von seinem besten Freund und seiner Schwester erfährt. Lysann Schläfke sticht besonders in ihrer Wandelbarkeit heraus. Sie präsentiert großartig die frustrierte Vivi, die mit sich und der Welt im Unreinen ist, ebenso wie Jonathans Übermutter oder die zauberhafte alte Dame, die gegenüber der Schule wohnt und Kondome verteilt. Ausstatterin Sabine Pommerening hat ein
reduziertes, aber treffendes Bühnenbild kreiert. Ein Streetart-Kunstwerk, das an den berühmten Künstler Banksy erinnert, fängt mit einem Schmetterlingsnetz ein Herz ein die ideale Reduzierung des Stücks auf die wesentliche Aussage.“
Bettina Martin, Wilhelmshavener Zeitung, 28.08.2017

Kuss entfacht emotionalen Flächenbrand
Berührende Inszenierung von „Feuer fangen“ begeistert

„Ein Kuss der alle elektrisiert und das Umfeld entbrennen lässt: Zum Saison Auftakt hat die Junge Landesbühne ihr Spielzeitmotto „Funken sprühen, Feuer fangen“ fantastisch umgesetzt mit der Inszenierung von Luc Tartars „Feuer fangen“ das am Samstagabend im Theater im Oceanis (TheOs) eine beeindruckende Premiere feierte und dem Publikum offerierte, wie ein einziger Kuss einen Flächenbrand der Emotionen auslösen kann. (…) Sämtliche 13 Rollen spielen Steffi Baur, Lysann Schläfke, Jeffrey von Laun und Matthias Guggenberger mit überzeugender Leidenschaft und sehr authentischer Figurenzeichnung sowie großartigem Körpereinsatz bei tänzerischen Einsätzen und akrobatischen
Bewegungsabläufen
. (…) Regisseur Alexander Flache (Dramaturgie: Britta Hollmann) hat in seiner Inszenierung auch auf die Größe der Sprache gesetzt, deren Textfläche und sowohl in der stimmlicher Interpretation der Darsteller als auch in ihre bildhaften poetischen Qualität glänzt.“

„Dass es gelingt, die geballte Themenwelt fließend und für die Zuschauer trotz aller Sprünge sehr verständlich binnen 70 atemberaubenden Minuten zu präsentieren, ist zudem Sabine Pommerening (Bühne und Kostüm) zu verdanken: bewegliche Bühnenelemente bieten beste Voraussetzungen für Variationen wie Schattenspiele und die Selbstbemalung der weißen Kostüme ermöglicht rasante Rollenwechsel.“

„Das Finale hinterlässt jene tief spürbare Einsamkeit, die wohl fast jeder noch aus seiner
eigenen Pubertät kennt. Auf die Gesamtleistung reagierte das Publikum mit
begeistertem Applaus.“

Désirée Warntje Jeversches Wochenblatt, 28.08.2017